Anlässlich einer eMail von einer Freundin, die sich einen Hund zugelegt hat, habe ich eine Antwort über das Clicker Training geschrieben, die ich hier, etwas abgeändert, veröffentlichen möchte, so dass auch andere darüber lesen und davon profitieren können, wenn sie ihre Hunde etwas beibringen und erziehen möchten.
Unsere Maggie ist super erzogen. Emmy, unsere Tochter, kann alles mit ihr machen und sie ist super gehorsam. Leute staunen nur immer wieder. So, nun habe ich dir gesagt, wie toll Maggie ist ;), aber das kam nicht ganz ohne. Maggie war nämlich SEHR kompliziert als Welpe.
Ich empfehle daher das Clickertraining. Damit kann man einen Hund ganz behutsam Dinge beibringen, ohne Strafe und Angst. Damit lässt man seinem Hund viel Freiraum, er macht, was er wirklich auch selbst will, es baut sich eine super Beziehung zwischen dem Besitzer und dem Hund auf, da es ja auch jede Menge Leckerlis regnet und sie sich gegenseitig beobachten müssen.
Hier folgt nun eine kurze Beschreibung, was es auf sich hat mit dem Clickertraining:
Also, zu Anfang braucht man einen Clicker. Wenn du da erst mal nicht hast, und schon mal anfangen willst, dann benutze einen Kugelschreiber, deren Mine man raus- und reinklickt, also ein Doppelklick (so hatte ich das gemacht). Der Klick muss schon hörbar sein (manche Hund sind dem Klick empfindlich gegenüber, so dass empfohlen wird, den Clicke roder Kugelschreiber anfangs in der Hosentasche zu bedienen).Der Doppelklick wird das Zeichen für "sehr gut gemacht" für dein Hund sein. Nun ist wichtig, dass dein Hund dieses Geräusch eben mit etwas Gutem verbindet, damit er eben weiss "Oh, das war also richtig, da gibt's jetzt Leckerlis." Geh' mit ihm in einen Raum, wo es keine Ablenkung (oder wenig) gibt. Wenn er etwas weniger abgelenkt ist, dann klick mal mit dem Kugelschreiber oder Clicker und gibt ihm sofort ein Leckerli (ohne nach einem Verhalten zu fragen, einfach so). Die Leckerlis soll sehr gut schmecken und möglichst klein sein, damit er die schnell runterschlucken kann (z.B. klein geschnittene Wurststückchen - ich hatte damals Maggies Trockenfutter nehmen können, da sie es so sehr mochte). Wiederhole diesen Vorgang. Wenn dein Hunddich dann nach einem Klick erwartungsvoll anguckt, mit dem Blick "Und wo ist mein Leckerli?", dann weisst du, dass er nun den Klick mit dem Lickerli assoziiert hat. Ich denke, nach ca. 10-20 mal weiss er es. ;) Und danach gib ihn eine Pause.
Später am Tag oder am nächsten Tag kannst du ja mal versuchen, ihm etwas leichtes beizubringen, ohne viel Druck von deiner Seite! Das ist wichtig, dass du am Anfang VIEL Geduld hast. Für euch beide ist diese Trainingsvariante sehr neu. Dein Hund muss erst mal rausfinden, worum es hier geht (und du auch). Aber hat er erst einmal den Dreh raus, dann geht es superfix, dass du gar nicht hinterherkommst! Ich konnte Maggie jeden Tag etwas Neues beibringen, und das innerhalb von 5-10min!
Wichtig ist hier, die Trainingssessions kurz zu halten, da die Konzentration nachlässt, und dass du geduldig bist und gut beobachtest.
Am besten fängst du damit an, dich irgendwo hinzusetzten, so tun als ob du was liest (kein Radio, kein Fernseher, was ablenken könnte, soll nebenher laufen), und beobachte deinen Hund. Wenn er dann mal zufällig zu dir guckt oder sich hinsetzt, dann clicke SOFORT (der Moment ist UNHEIMLICH WICHTIG). Klicke, als ob du von dem gezeigten und gewünschten Verhalten eine Fotoaufnahme machenn möchtest! Aus Erfahrung heraus sage ich dir, klicke lieber zu früh als zu spät! Aber immer noch besser ist der exakte Moment. Und vergiss nicht das Leckerli (das muss nicht sofort kommen, da kannst du dir ein paar Sekunden Zeit lassen); aber du musst wissen, dass nach JEDEM Klick ein Leckerli kommen muss, selbst wenn du aus Versehen geklickt hast und nicht wolltest. Die Assoziationskette darfst du nicht unterbrechen. Dein Hund muss sich auf das Klick verlassen dürfen.Wiederhole denn beschriebenen Vorgang mehrmals. Dein Hund wird sich anfangs wahrscheinlich wundern, und es wird ewig dauern, bis er das Verhalten wiederholt. Daher wähle anfangs ein Verhalten, das er sowieso oft anbietet, wie dich angucken oder sich hinsetzen. Du wirst sehen, dass er den Dreh rausbekommt, dass du eben etwas ganz Bestimmtes beklickerst, wo es dann Leckerlis regnet. Er wird dann das Verhalten wiederholen, am Ende so schnell, dass es nur noch so geht: Klick-Leckerli-Klick-Leckerli.
Du kannst nun beginnen, das passende Wort für das Verhalten zu sagen, wie "Guck!" oder den Namen deines Hundes für das Angucken. Klick, wenn er guckt.
Nach dieser Session lässt du den Clicker ganz weg und gibt's nur ein Leckerli, wenn er es macht, ohne dem Klick. Nun brauchst du den Clicker nicht; den brauchst du nur, um etwas Neues beizubringen, aber nicht, um bereits Einstudiertes zu wiederholen (zum Vertiefen udn Wiederholen kann er aber durchaus eingesetzt werden).
Aber wiederhole das "Guck!" und Leckerli mal die nächsten Tage, so drei mal am Tag verteilt (keine Trainingssession), oder wenn du willst, kannst du die ganze Session wiederholen, um es zu festigen (oh, du wirst den Unterschied erkennen, - dein Hund wird dich nur Anstarren), und du siehst, er weiss es. Auf diese Weise hat dein Hund ohne Strafe und negativer Erfahrung etwas gelernt; er verbindet es sogar mit etwas Positivem. Denn wenn er mal was nicht macht, was du wolltest, dann gibt's halt kein Leckerchen und er wird schnell was anderes ausprobieren, da er ja Leckerli haben will (am besten machst du es, wenn er nicht gerade gegessen hat und etwas hungrig ist, und eben mit was Superleckerem, was er mag).
Wenn du deinem Hund dann etwas Neues beibringen möchtest, sei nicht frustriert (und dein Hund wird es vielleicht auch sein), dass er dir viel das Angucken anbietet (dabei möchtest du doch Sitzen oder ein anderes Verhalten nun beklickern). Anfangs wird er also das Angucken versuchen und merken, dass es diesmal nichts gibt. Er wird aber aufgeben und was anderes machen. Warte bis er das neu gewünschte Verhalten anbietet und dann klicke. Er wird sagen: "Hey, da ist das Klickgeräusch wieder. Was hatte ich gerade gemacht? Lass es mich nochmal versuchen..." Und er wird das neue Verhalten herausfinden und merken, dass es eben nicht immer nur für das Angucken eine Belohnung gibt. Lass ihn das alles rausfinden, und du wirst einen Hund haben, der gerne mit dir Sachen macht, gerne Verhalten anbietet und (fast) alles eben macht, was du willst, und das mit einer wedelnden Rute und einem erwartungsvollen Blick. Habe aber eben Geduld am Anfang.
Hier nun eine kleine Liste deutschsprachiger Bücher über das Clickertraining (meine Empfehlungen):
- "Clickertraining - Das Lehrbuch für eine moderne Hundeausbildung"
Autorin: Birgit Laser
Verlag: Cadmos
ISBN: 3861277107 - "Clickertraining für den Familienhund - Praktische Übungen für den Alltag"
Autorin: Birgit Laser
Verlag: Cadmos
ISBN: 3861277190 - "Hunde sind anders"
Autorin: Jean Donaldson
Verlag: Kosmos,
ISBN: 3440082229
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